SCCM Applications

Seit SCCM 2012 gibt es die sogenannten „Applications“ in SCCM. Da auch die nächste Version des Enterprise Manager diese Applications vollumfänglich unterstützen wird, wird es Zeit, sich mit dem Applications-Modell näher zu beschäftigen.

Was sind Applications?

Applications in SCCM beinhalten wie ein Paket die Dateien und Meta-Informationen die notwendig sind, um einen Applikation auf einem Device auszurollen. Im Unterschied zu den Packages, ist es möglich Applications auch für andere Plattformen als Windows, wie z.B. iOS oder Android, zur Verfügung zu stellen. Diese unterschiedlichen Installationstypen werden in den sogenannten „Deployment-Types“ verpackt, von denen beliebig viele an jede Application angehangen werden.

User centric Management

Die Idee bei Applications ist es, die Verbindung zwischen Computer und Devices in der SCCM Datenbank zu speichern. Auf diese Art kann eine Userbasierte Softwarezuweisung stattfinden, aber trotzdem die Kontrolle über die Lizenzen beibehalten werden.

Application Installation Evaluation

In jedem Deployment-Type werden die Prüfmethoden zur korrekten Installation der betreffenden Anwendung hinterlegt. Die Abarbeitung dieser Prüfmethoden können dem folgenden Schaubild entnommen werden.
Diagram about applications
Application catalog
Der Application catalog ist eine Weboberfläche um dem User die Möglichkeit zu geben, Applications selber anzufordern. In SCCM ist unter „Software Library -> Application Management -> Approval Requests“ eine neue Option verfügbar, die es dem SCCM Administrator ermöglicht, Request zu bestätigen oder abzulehnen.

Detection methods

Die Detection methods lassen es zu, verschiedene Prüfkriterien pro Deployment-Type zu hinterlegen, mit deren Hilfe festgestellt werden kann, ob die Application wirklich installiert ist. Diese Prüfung kann aufgrund von MSI Product-Codes, Verzeichnisobjekten, Registry-Einträgen oder den Rückgabewerten von Scripten durchgeführt werden.
Folgend ein Beispiel, in dem die Versionsnummern der Business-kritischen Office Anwendungen abgefragt werden:
2015-10-27 23_08_02-WindowsInstallation Properties
Die Prüfung der Detection Methode geschieht pro Laufzeit 2x. Einmal vor der Installation des Deployment-Types um festzustellen, ob überhaupt eine Installation notwendig ist. Nach der Installation wird die Prüfung erneut ausgeführt, um zu testen ob diese erfolgreich war.

Dependencies

Mit Hilfe der Dependencies ist es Abhängigkeiten für einen Deployment-Type zu definieren. Zum Beispiel kann dies die Installation einer VC-Redist-Runtime sein, bevor die eigentliche Application installiert werden. Abhängige Applications nutzen die gleichen Prüfungen wie jede normal zugewiesene Application. Kann eine abhängige Application also nicht installiert werden weil z.B. eine Detection-Method oder eine Condition fehlschlägt, schlägt die Installation der gesamten Application fehl, die die Abhängigkeit definiert hat. Sehr tückisch wird diese Funktion auch, wenn andere Anwendungen neuere Runtime stillschweigend installieren. So kann es passieren, dass Anwendung eine neue Version der VC-Redist-Runtime installiert und die eigene CR-Redist Dependend-Application fehlschlägt weil schon eine neuere Version auf dem System existiert (hier ist eine geschickte Detection Method wie die Prüfung Version>=X.X.X.X sinnvoll).

Conditions

Mit Hilfe der Condition können Bedingungen definiert werden, die definieren unter welchen Voraussetzungen die Application installiert werden soll. Grade bei dem wachsenden Einsatz von Tablets ist die vorherige Abfrage des Arbeitsspeichers und des verfügbaren Festplattenspeichers wieder durchaus interessant geworden um zu verhindern, dass die Installation der Application das Device unbenutzbar macht. Ein anderes interessantes Einsatz-Szenario ist es, die Installation des MSI/Script Deployment-Types zu blocken, wenn ein App-V Client verfügbar ist. In dem Fall wird die Installation des App-V Deployment-Types vorgezogen. Eine gute Beschreibung über die Conditions ist hier zu finden.

Supersedence

Um Anwendungs-Updates komfortable zu managen, steht in den Applications das Features „Supersedence“ zur Verfügung. Mit diesem Features ist es möglich einen neuen Deployment-Type in der Application für die neue Version der Anwendung anzulegen und in den Supersedence Einstellungen zu definieren, dass der neue Deployment-Type den alten Deployment-Type ablöst und ggf. einen Deinstallation des alten Deployment-Type auslöst. Wichtig ist natürlich, dass dann für den entsprechenden Deployment-Type auch die Deinstallation implementiert ist. Dieses Feature hat durchaus konzeptionelle Tücken. Die Supersedence-Einstellungen sind nicht nur auf die Deployment-Types der betreffenden Application begrenzt. Sollte das so genutzt werden, ist darauf zu achten, dass Supersedence Einstellungen nicht greifen, wenn Applications zu unterschiedlichen Deployment-Types zugewiesen sind (z.B. Eine auf User- und eine auf eine Device-Collection). Auch gibt einiges zu beachten, wenn „Dependent“ Applications „superseeded“ werden sollen. Hier der entsprechende TechNet Artikel zu empfehlen.

Application Approval

Mit Hilfe des Application Catalogs ist es möglich, einen Approval Workflow zu gestalten. Der User kann Software im Application beantragen. Dieser Antrag kann dann durch den Administrator in der SCCM Console angenommen oder abgelegt werden. Die Installation des Application Catalogs kann dem Crankdesk-Blog-Beitrag entnommen werden. Der Vorgang ist in den folgenden Screenshots näher erläutert.

Um eine Anwendung im Softwarekatalog zur Verfügung zu stellen, ist es notwendig, die Zuweisung Benutzerbasiert durchzuführen. Es muss also eine User-Collection für die Zuweisung definiert werden.

2015-10-19 13_08_30-Deploy Software Wizard

In dem „Deployment Settings“ muss definiert werden, dass ein Approval notwendig ist.

2015-10-19 13_08_44-Deploy Software Wizard

In den „User Experience“ Einstellungen wird die Sichtbarkeit im Software Center gesteuert.

2015-10-19 13_08_54-Deploy Software Wizard

Ist die Application zugewiesen, beantragt der Benutzer die Software im Software Katalog. Im Softwarecenter ist die Software zu dem Zeitpunkt nicht sichtbar.

SW_Center01

Er gibt einen Grund für die Beantragung der Software ein…

SWCenter03

… und erhält eine Bestätigung über die erfolgreiche Übermittlung der Anforderung.

SWCenter04

Nun muss der Administrator in der Konsole tätig werden. In der Software-Library kann er die Requests aufrufen …

SWCenter05

…und bestätigen oder ablehnen.

2015-10-19 13_15_52-System Center Configuration Manager (Connected to MUC - Munich)

2015-10-19 13_16_13-Application Request(s)

Der Benutzer muss dann den Softwarekatalog erneut aufrufen und kann dort den Status seiner Anfragen einsehen.

SWCenter06

Im Reiter Anwendungskatalog startet er die Installation der Anwendung und kann den Status der Installation über das Softwarecenter verfolgen.

SWCenter07

SWCenter08

SWCenter09

Migration

Möchte man die Packages in Applications migrieren, bietet Microsoft hier ein Tool zur Unterstützung an. Mit Hilfe des Matrix42 Enterprise Managers for SCCM ist es möglich, Packages als auch Applications innerhalb von Sequenzen zu mischen. Dies macht einfache unkomplizierte Migration möglich, ohne den großen Hebel umlegen zu müssen.
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s